Es steht außer Frage, dass das Smartphone für viele Menschen ein unverzichtbarer Alltagsbegleiter geworden ist. Ob zum Schreiben von Nachrichten und E-Mails, zum Lesen von Zeitungen oder zum Anschauen von Netflix – das Smartphone hat sich zu einem wahren Multitalent entwickelt. Die Anzahl der Menschen, die mit ihren Handys im Internet surfen, wächst stetig. Aber welche Auswirkungen hat das auf den Bereich der Videoproduktion und des Marketings? Unternehmen müssen ihren Content unbedingt an die Mediennutzungsgewohnheiten ihrer Zielgruppen anpassen. Dabei stoßen sie oft auf die Herausforderung, speziell für Handys entwickelte Videos zu produzieren. Um die gewünschte Zielgruppe zu erreichen, ist es entscheidend, insbesondere vertikale Videos richtig zu produzieren und einzusetzen.
Vertikale Videos
Eine Einführung Vertikale Videos sind solche, die im Hochformat (9:16) erstellt wurden und darauf ausgelegt sind, auf dem Bildschirm eines Smartphones betrachtet zu werden, so dass das gesamte Display vom Video ausgefüllt wird – wie zum Beispiel bei Reels oder TikToks. Im Gegensatz dazu werden Videos im Querformat (16:9) horizontal für Desktop-Versionen produziert und auf Websites oder YouTube verwendet.
Vertikale Formate gewannen an Bedeutung, als soziale Medien begannen, sich stärker auf Videos zu konzentrieren. Instagram fördert beispielsweise massiv seine Reel-Funktion, während TikTok, eine reine Videoplattform, kontinuierlich wachsende Nutzerzahlen verzeichnet. Für das Social-Media-Marketing ist es wichtig, diese Entwicklung zu beobachten und zu nutzen, um mit vertikalen Videos eine hohe Reichweite zu erzielen.
Anpassung von Videos: Querformat zu Hochformat Grundsätzlich ist es möglich, ein Video vom Quer- in das Hochformat zu konvertieren, indem der Bereich im Format 9:16 ausgewählt und zugeschnitten wird. Dabei geht jedoch viel Bild verloren, da nur ein kleiner Teil des Videos verwendet werden kann. Wenn das Video mit einem Handy aufgenommen wurde, kann es auch zu erheblichen Qualitätseinbußen kommen. Deshalb ist es wichtig, gleich im richtigen Format zu produzieren oder das Video einfach zu drehen, wenn der Inhalt weiterhin erkennbar ist.
Horizontale vs. vertikale Videos Die Debatte über die Effizienz von horizontalen oder vertikalen Videos im Marketing ist nicht neu. Generell werden Querformat-Videos besser vom menschlichen Auge erfasst, da es ebenfalls horizontal ausgerichtet ist. Bei der Auswahl des Formats sollten Unternehmen die Zielgruppe berücksichtigen und je nach deren Präferenzen entscheiden, ob ein vertikales Video für Social Media oder ein horizontales Video für das Fernsehen effektiver ist. Vertikale Videos wirken oft authentischer und weniger kommerziell, da der gesamte Bildschirm genutzt wird, anstatt nur ein kleiner Teil, der häufig wie eine Werbeanzeige wirkt.
Chancen für Unternehmen durch vertikale Videos Internetmarketing – und damit auch Social-Media-Kampagnen – leben von ständiger Weiterentwicklung. Aufgrund neuer
Technologien, Funktionen und Plattformen muss sich der Marketingbereich ständig anpassen und dazulernen. Gerade auf sozialen Netzwerken sind viele junge Menschen aktiv, bei denen Videoinhalte sehr gefragt sind. Kurze Clips auf TikTok, Instagram & Co. bieten den Nutzern kurzweiliges und dynamisches Entertainment. Durch eine schnelle Wischbewegung gelangt der Nutzer zum nächsten Video, das vom Algorithmus individuell vorgeschlagen wird.
Daher ist es für Unternehmen umso wichtiger, dass ihre Videos die Nutzer innerhalb weniger Sekunden überzeugen und deren Interesse wecken – je mehr Menschen das Video überspringen, desto geringer wird die Reichweite des Videos sein.
Da heutzutage viele Menschen lieber mit dem Handy surfen und es in den meisten Fällen vertikal halten, müssen auch die Inhalte auf den Plattformen angepasst werden. Laut einer Umfrage gaben 94% der Smartphone-Nutzer an, dass sie ihr Gerät vertikal halten. Unternehmen, die horizontale Videos auf Instagram veröffentlichen, verlieren schnell die Aufmerksamkeit ihrer potenziellen Kunden und generieren keine hohe Reichweite. Auf Social Media ist es daher entscheidend, dass der Nutzer den Content sofort versteht und alle verfügbaren Formate und Funktionen bei der Videoerstellung nutzt.
Snapchat bestätigte die Relevanz des Formats, indem es feststellte, dass vertikale Videos für Anzeigen 9-mal häufiger geklickt werden als horizontale Videos. Die Verweildauer und Reaktionen der Nutzer steigen dadurch erheblich an.
Besonders vertikale Videos eignen sich hervorragend für Video Ads. Auf Plattformen wie TikTok oder Instagram ist es möglich, gesponserte Werbeposts zu veröffentlichen, die dem Nutzer im gleichen Format – also vertikal – angezeigt werden wie alle anderen Videos. Dies hat den großen Vorteil, dass die Werbung oft nicht sofort als solche erkannt wird und daher häufiger angesehen wird. In anderen Apps, wie Spielen, kann ebenfalls effizient Werbung platziert werden, die zur Unternehmenswebsite oder einer Landingpage führt. So werden die Nutzer direkt mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung konfrontiert und zum Kauf oder zur Inanspruchnahme animiert.
Musik-Streaming-Dienste wie Spotify sind ebenfalls auf den Trend der vertikalen Videos aufgesprungen. Bei den meisten Songs wird parallel ein kurzer Videoclip von etwa 5 Sekunden abgespielt, der meist eine Szene aus dem Musikvideo zeigt. Nutzer werden also nicht nur akustisch, sondern auch visuell angesprochen. Dass vertikale Videos immer beliebter werden, steht außer Frage. Aber wie produziert man sie eigentlich?
Leitfaden für das perfekte vertikale Video Abhängig vom Inhalt des Videos müssen verschiedene, videobezogene Faktoren berücksichtigt werden. Dennoch gibt es einige allgemeine Aspekte, die bei der Videoproduktion beachtet werden sollten:
- Verwenden Sie für Instagram- und Facebook-Feedposts das Seitenverhältnis 4:5 oder 1:1. Für Story- oder Reel-Content ist der Vollbildmodus mit 9:16 oder 4:5 besser geeignet. Ein Video-Karusell ist normalerweise im 1:1-Format.
- Achten Sie auf qualitativ hochwertige Videos, um potenzielle Kunden nicht abzuschrecken. Die Standardauflösung sollte bei 720p liegen, besser noch 1080p.
- Mit dem Smartphone können Sie einfach und unkompliziert vertikale Videos erstellen, da sie bereits im richtigen Format aufgenommen werden. Für qualitativ hochwertigere Clips können Sie auch eine Kamera verwenden, wenn das richtige Format im Voraus eingestellt wurde.
- Nutzen Sie Untertitel! Die meisten Menschen schalten bei kurzen Videos den Ton nicht an. Um sicherzustellen, dass Ihre Botschaft bei jedem ankommt und zugänglich ist, sollten Sie Untertitel in das Video integrieren. Ein Tipp ist, das Video ohne Ton abzuspielen, um zu überprüfen, ob es noch interessant ist und Sinn ergibt.
- Viele Unternehmen recyceln ihren Content für andere Plattformen und teilen beispielsweise dasselbe TikTok auch auf Instagram oder Facebook. Obwohl dies zunächst kostengünstig erscheint, kann es zu Problemen führen, insbesondere wenn Instagram Inhalte von TikTok nicht optimal fördert. Es ist wichtig, individuelle Social-Media-Strategien für alle Plattformen zu entwickeln und die Videoformate je nach Tool (z. B. Story oder Feedpost) anzupassen, damit Nutzer ein wirklich gutes Entertainment genießen können und länger auf dem Kanal verweilen.
- Wenn Sie Videos direkt in der Social-App erstellen, benötigen Sie kein zusätzliches Programm. Wenn Sie Instagram Reels oder TikTok nutzen möchten, können Sie die Clips in Länge und Geschwindigkeit anpassen, Musik unterlegen, Text einfügen usw. Für Anfänger im Videobereich eignen sich Programme wie Windows Movie Maker oder iMovie, mit denen Videos einfach und schnell bearbeitet werden können. Im professionellen Marketingbereich werden Clips mit hochwertiger Kameraausrüstung und professionellen Schnittprogrammen produziert, die den Videocontent attraktiver gestalten.
- Vermeiden Sie beim Filmen Szenen, die zu schnell, wackelig oder ruckartig sind oder schlecht beleuchtet – all das sind Faktoren, die potenzielle Kunden abschrecken können.
- Begeistern Sie den Nutzer innerhalb weniger Sekunden mit Ihrem Content. Authentische vertikale Videos, die potenziellen Kunden einen Einblick hinter die Kulissen eines Unternehmens geben, sind besonders beliebt.
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